Johann Jacobs Museum

Rekordpreise für Kunst

dollar-653241_640

Es gibt Menschen, die über jegliche Art von Kunst verwundert und ablehnend sind und Museumsbesucher für extrovertiert halten, wenn sie sich mehr als drei Minuten mit einem Bild beschäftigen.

Doch die Zahlen des internationalen Kunstmarkts sprechen eine andere Sprache, denn der Markt überbietet sich mit Rekordpreisen, die schon seit Jahren in schwindelerregende Höhen klettern. Das Londoner Auktions- und Kunsthaus Sotheby’s kann sich beispielsweise schon mal bei einer neuntägigen Kunstauktion über eine Milliarde Dollar (846 Millionen Euro) freuen und das Kunsthaus Christie’s erzielte schon mal an einem einzigen Abend einen Umsatz von 853 Millionen Dollar. Niedrige Zinsen und die Frage manches Kunstliebhabers „wohin mit dem Geld?“ sorgen für Wahnsinns-Kunst-Verkaufspreise. Auch aus der Schweiz gibt es Rekordzahlen zu vermelden – an zwei Auktionstagen wurden 2015 im Berner Traditionshaus Kornfeld 21 Millionen Franken umgesetzt.

Rekordsummen werden für Kunst ausgegeben und in Kunst angelegt. So wie im Jahr 2104. Da waren es zwei Bilder von Andy Warhol, die einige Jahrzehnte im Spielcasino Aachen hingen und die Geld in die Kasse des nordrhein-westfälischen Casino-Betreibers Westspiel spülten. Das Unternehmen brauchte Sanierungsgelder und so kam es, dass „Triple Elvis“ in einer Auktion für rund 82 Millionen Dollar und „Four Marlons“ für 71 Millionen Dollar Erlös versteigert wurden.

Kunst als Geldanlage. Ein Grund warum es immer mehr Kunstsammler weltweit gibt, darunter natürlich auch die ölreichen Golfstaaten. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft zwar immer weiter auseinander, aber das Geld schwappt weltweit herum, und es gibt immer mehr Millionäre, Milliardäre. Daher kommt es auch zu manchen grotesken Preisübertreibungen und vor allem Spekulationen auf dem Kunstmarkt. Ist ein Künstler erst einmal eine Marke in der Branche geworden, dann klettern die Preise seiner Werke hoch in überdimensionale Regionen.

Der Trend geht zur ab 1960 zeitgenössischen Kunst, darunter ist allen voran die deutsche Zero-Künstlergruppe mit Werken von Otto Piene, Heinz Mach oder Günter Uecker. Sie profitieren vom derzeitigen Hype auf dem Kunstmarkt. Preistreiber sind unter anderen Ausstellungen in Museen wie im New Yorker Guggenheim Museum die spektakuläre Zero-Schau. Während man früher ein Zero-Werk „für einen Appel und  ein Ei“ kaufen konnte, so erzielte ein Uecker-Nagelbild Weltrekord „Hommage à Fontana“ rund 1,2 Millionen Euro mit Aufschlag. Aber Kunstexperten mutmaßen auch die Schwankungen, denn ein Künstler kann zwar schnell in der Verkaufsgunst hochschießen, aber auch genauso schnell wieder runterkommen.

Alte Kunst ist bei den Kunstsammlern auch gefragt: Gute schöne Landschaftsmalerei, Landschaftsskizzen oder französische Spätimpressionisten. Für großen Aufschwung sorgen auch die deutschen Romantiker wie beispielsweise Caspar David Friedrich. Kleine Landschaftsskizzen bringen heute zwischen 5.000 und 7.000 Euro – früher waren es 1.500 Euro, die ein Interessent dafür ausgeben musste

Comments are closed.