Johann Jacobs Museum

Kunst oder Kitsch?

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Wie kann man erkennen, ob es um Kunst oder Kitsch handelt? Wer sich gerne mit Kunst beschäftigen möchte und näheren Einblick in die Kunstszene erhalten möchte, der kann sich bei regelmäßigen Besuchen in Nationalgalerien, in Kunstmuseen und Pinakotheken einen Überblick verschaffen. Regelmäßige Besuche schärfen und schulen den Blick für Kunst oder Kitsch. Auch wer mehr über Kunst erfahren möchte, kann Mitglied einem von hunderten Kunstvereinen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beitreten.

In welche Richtung letztendlich das eigene persönliche Kunst-Interesse in der sehr unübersichtlichen Welt und im Kunstdschungel von zeitgenössischer Kunst tendieren wird, lässt sich von vorneherein nicht bestimmen. Da kommt das Bauchgefühl dazu.

Unterschied Kunst von Kitsch

Es ist eine Sache der Definition und hängt wesentlich stark tatsächlich vom Geschmack des Betrachtenden ab. Bei einem Gemälde ist ein Zeichen für Qualität immer, wenn es limitiert ist. Denn Masse ist keine Klasse. Was Kunst und Kitsch anbelangt ist es seit 100 Jahren so, dass gerade beispielsweise ein Tabubruch und Grenzüberschreitung das Prinzip der Kunst ist. Es ist ähnlich wie in anderen Branchen: Je mehr darüber geredet, sich aufgeregt wird, umso mehr werden Betrachter angezogen und umso mehr wird sich der Preis des Objektes steigern. Für den einen ist es dann Kunst, für den anderen Kitsch – aber beide Betrachter oder Käufen möchten sich diese „Kunst“ sichern.

Bei Christie`s ging beispielsweise ein Gebilde von Jeff Koons – eine kitschig einfache Nachbildung eines Chromstahl-Luftballons in magenta mit dem Namen „Balloon-Flower“ – an einen Käufer, der dafür 25,8 Millionen Dollar zahlte. Vielleicht vermag der Käufer seinem erworbenen Luftgebilde den Einzug in den Kunstalltag feiern? Wer weiß das schon.  Auf jeden Fall ist es so, dass alles mit dem man sich umgibt, Kunst sein und Leichtigkeit verströmen darf. Die Ironie liegt im Künstlerischen: Es ist wenig zum Schauen, wenig zum Nachdenken, es kann auch Kitsch aus der Konsumwelt sein. Für den inhaltlich ausgerichteten Kunstliebhaber des Stahlkolosses ist vielleicht einfach nur kostspielige Handarbeit. Denn: Den Überzug von „Balloon Flower“ so glänzend und strahlend hinzukriegen war tatsächlich Schwerstarbeit für Koons.

Ein Kunstwerk kaufen

Wer ein Foto kaufen möchte, für den spielt eine möglichst niedrige Auflage eine äußerst wichtige Rolle. Bei einem Gemälde ist es wichtig, dass die Galerie des Künstlers das Gemälde auch für echt hält und vor allem, dass es ins Werkverzeichnis des Künstlers aufgenommen wird. Solche Verzeichnisse werden vom Künstler oder seiner Galerie geführt. Ideal ist es, wenn durch einen Verlag das Verzeichnis publiziert wird. Über ein hervorragendes Verzeichnis seiner Werke verfügt beispielsweise der Künstler Gerhard Richter. Äußerst hilfreich für spätere Schätzungen und Gutachten sowie bei Wiederverkäufen sind natürlich eine Künstler-Signatur und das Datum auf der Rückseite sowie eine detailliert aufgeführte Rechnung.

Rekordpreise für Kunst

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Es gibt Menschen, die über jegliche Art von Kunst verwundert und ablehnend sind und Museumsbesucher für extrovertiert halten, wenn sie sich mehr als drei Minuten mit einem Bild beschäftigen.

Doch die Zahlen des internationalen Kunstmarkts sprechen eine andere Sprache, denn der Markt überbietet sich mit Rekordpreisen, die schon seit Jahren in schwindelerregende Höhen klettern. Das Londoner Auktions- und Kunsthaus Sotheby’s kann sich beispielsweise schon mal bei einer neuntägigen Kunstauktion über eine Milliarde Dollar (846 Millionen Euro) freuen und das Kunsthaus Christie’s erzielte schon mal an einem einzigen Abend einen Umsatz von 853 Millionen Dollar. Niedrige Zinsen und die Frage manches Kunstliebhabers „wohin mit dem Geld?“ sorgen für Wahnsinns-Kunst-Verkaufspreise. Auch aus der Schweiz gibt es Rekordzahlen zu vermelden – an zwei Auktionstagen wurden 2015 im Berner Traditionshaus Kornfeld 21 Millionen Franken umgesetzt.

Rekordsummen werden für Kunst ausgegeben und in Kunst angelegt. So wie im Jahr 2104. Da waren es zwei Bilder von Andy Warhol, die einige Jahrzehnte im Spielcasino Aachen hingen und die Geld in die Kasse des nordrhein-westfälischen Casino-Betreibers Westspiel spülten. Das Unternehmen brauchte Sanierungsgelder und so kam es, dass „Triple Elvis“ in einer Auktion für rund 82 Millionen Dollar und „Four Marlons“ für 71 Millionen Dollar Erlös versteigert wurden.

Kunst als Geldanlage. Ein Grund warum es immer mehr Kunstsammler weltweit gibt, darunter natürlich auch die ölreichen Golfstaaten. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft zwar immer weiter auseinander, aber das Geld schwappt weltweit herum, und es gibt immer mehr Millionäre, Milliardäre. Daher kommt es auch zu manchen grotesken Preisübertreibungen und vor allem Spekulationen auf dem Kunstmarkt. Ist ein Künstler erst einmal eine Marke in der Branche geworden, dann klettern die Preise seiner Werke hoch in überdimensionale Regionen.

Der Trend geht zur ab 1960 zeitgenössischen Kunst, darunter ist allen voran die deutsche Zero-Künstlergruppe mit Werken von Otto Piene, Heinz Mach oder Günter Uecker. Sie profitieren vom derzeitigen Hype auf dem Kunstmarkt. Preistreiber sind unter anderen Ausstellungen in Museen wie im New Yorker Guggenheim Museum die spektakuläre Zero-Schau. Während man früher ein Zero-Werk „für einen Appel und  ein Ei“ kaufen konnte, so erzielte ein Uecker-Nagelbild Weltrekord „Hommage à Fontana“ rund 1,2 Millionen Euro mit Aufschlag. Aber Kunstexperten mutmaßen auch die Schwankungen, denn ein Künstler kann zwar schnell in der Verkaufsgunst hochschießen, aber auch genauso schnell wieder runterkommen.

Alte Kunst ist bei den Kunstsammlern auch gefragt: Gute schöne Landschaftsmalerei, Landschaftsskizzen oder französische Spätimpressionisten. Für großen Aufschwung sorgen auch die deutschen Romantiker wie beispielsweise Caspar David Friedrich. Kleine Landschaftsskizzen bringen heute zwischen 5.000 und 7.000 Euro – früher waren es 1.500 Euro, die ein Interessent dafür ausgeben musste

Schweizer Kunstsammler

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Sie zählen zu den wichtigsten Kunstsammlern der Welt und leben in der Schweiz und in Liechtenstein. Ihre Sammlungen zählen im internationalen Vergleich zu den besten. Die Kunstmäzene werden immer wieder in der alljährlichen Liste des internationalen Kunstmagazins „Artnews“ unter den 200 wichtigsten Kunstsammlern der Welt genannt. Eine besonders hohe Dichte befindet sich in Gstaad.

  • Kunstsammler

Als einen Kunstsammler bezeichnet man jene Personen, die eine Kunstsammlung nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern mit eigenen privaten Geldmitteln aufbauen.

  • Kunstmäzen

Ein Kunstmäzen (auch Mäzenat genannt, weiblich Mäzenatin) ist eine Person, die eine Institution, kommunale Einrichtung (Museum) oder Personen mit Geld bei der Umsetzung ihres Vorhabens unterstützt – ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen.

Kunst spielt bei den Reichen und Wohlhabenden auf dieser Welt eine sehr große Rolle und ist sehr beliebt. Und so gelten schon seit Jahren die Kunstsammler als wichtige Schlüsselfiguren in der Kunstbranche und sind im Wesentlichen ebenso einflussreich wie Kuratoren. Das liegt daran, dass sie an zeitgenössischer und moderner Kunst mehr im Besitz halten als manch öffentliche Institution. Ohne ihr Geld hätten sich nicht so viele Kunst-Messen und Kunst-Galerien etablieren können.

Ernesto Bertarelli, Gstaad

Sammlung: Moderne und zeitgenössische Kunst. Das Vermögen des ehemaligen Serono-Unternehmers wird in der Forbes-Liste 2015  mit ca. 8,8 Milliarden US-Dollar angegeben.

Guy und Myriam Ullens, Verbier (Wallis)

Sammlung: Zeitgenössische chinesische Kunst der letzten 25 Jahre. Der 72-jährige belgische Lebensmitteltycoon Guy Ullens wurde erst durch Zucker und später durch Weight Watchers reich.

Uli Sigg, Schloss Mauensee, Kanton Luzern

Sammlung: Chinesische Gegenwartskunst. Uli Sigg ist ein Wirtschaftsjournalist, Mäzen, Unternehmer, Ruderer und Schlossherr. Er schenkte 1463 Werke dem M+ Museum of Visual Culture in Hongkong. Weitere 47 Werke erwarb das Museum von Sigg für CHF 22 Millionen.

Maja Oeri, Basel

Sammlung: Zeitgenössische Kunst. Maja Oerli stammt aus der Schweizer Industriellenfamilie Roche und ist die Urenkelin des Gründers Fritz Hoffmann-La Roche. Ihr wurde für ihre Kunstsammlung von der Uni Basel der Doktor honoris causa verliehen.

Ella Fontanals-Cisneros, Gstaad

Sammlung: Zeitgenössische Kunst sowie Photographie mit Spezialisierung auf Architektur und abstrakte Kunst aus Lateinamerika.

Laurence Graff, Gstaad

Sammlung: Moderne und zeitgenössische Kunst. Der Schmuckhersteller Graff Diamonds ist in seinem mehrheitlichen Besitz. Laurence Graff fördert junge, afrikanische Künstler.

Philip S. Niarchos, St. Moritz

Sammlung: Gemälde alter Meister, der modernen und zeitgenössischen Kunst sowie Impressionismus. Er ist der älteste Sohn des griechischen Reeders Stavros Niarchos und gemeinsam mit seinem Bruder gehören sie zu den größten Grundbesitzern in Sankt Moritz.

Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein, Vaduz/ FL

Sammlung: Alte Meister. Er ist Fürst und Staatsoberhaupt Liechtensteins sowie Chef des Fürstenhauses Liechtenstein. Seit 2004 nimmt jedoch sein Sohn Alois die Regierungsgeschäfte wahr. Vermögen: Rund fünf Milliarden Dollar.

Kulturreisen

Kulturreisen

Reisen bildet – so heißt es und Reisen gehören zur Kultur. So entstanden Kulturreisen, die sich allerdings im Laufe der Jahrzehnte großflächig gewandelt haben. Kulturreisen galten einst als spießige Ausflüge für Senioren. Die jüngere Generation legte wenig Wert auf das bereiste Land mit seinen Sehenswürdigkeiten und seiner Geschichte – sie wollten lieber feiern. Darin hat sich heutzutage allerdings einiges geändert, denn die Reisen in fremde Kulturen erfreuen sich bei Jung und Alt immer mehr größerer Beliebtheit.

Kulturreisen haben sich gewandelt. Wer heute in ein fremdes Land oder in eine fremde Stadt kommt, möchte nicht nur besichtigen, sondern auch erleben. Reisende möchten den Menschen des Reiseorts begegnen. Zur Kultur gehören nicht nur Kunst und Architektur, sondern auch die Geschichte des Landes oder der Stadt, die Traditionen der Bevölkerung, ihre Lebensart sowie auch die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten. Kultur wir mittlerweile auch mit einem stattfindenden Event verbunden, beispielsweise wenn Reisende ein bestimmtes Musical in einer bestimmten Stadt sehen möchte. So kann alles miteinander verbunden werden: Kunstgenuss mit Kultur.

Kulturreisen kommen für all diejenigen als Reiseform in Frage, die nicht nur ein  ausgeprägtes Interesse sowie Gespür für Kultur besitzen und Architektur- oder Kunstführungen genauso fesselnd finden wie einen Theaterbesuch, sondern eine Kulturreise können auch all diejenigen unternehmen, die kein Problem mit manchmal festen, manchmal auch stressigen Rahmenprogrammen und dem Reiseablauf haben. Kulturreisen können so vielfältig und unterschiedlich sein und sich auf die verschiedensten kulturellen Aspekte von Land und Leuten beziehen: Dazu gehören die Geschichte, die Sprache, Malerei, Kunstausstellungen, Festspiele, Musik, Konzerte und die Landes-Architektur dazu. Denn bei Kulturreisen möchten die Reisenden in erster Linie ihr Wissen über das besuchte Land oder die besuchte Stadt erweitern.

Fast alle großen Reiseveranstalter haben in ihrem Portfolio Kultur-, Bildungs- oder Studienreisen. Man kann sich selbst eine Reise zusammenstellen und organisieren. Unproblematischer und vor allen einfacher aber ist es, wenn eine angebotene Reise gebucht wird. Hierbei gilt natürlich auch, dass je höher der Anspruch an eine Kultureise ist, desto höher wird auch der Reisepreis ausfallen. Wichtig bei einer solchen Reise sind vor allem auch eine gut gebildete Reiseleitung und die Mitnahme von fachlich versierten Reiseführern in Form eines Buches oder als App auf Handy oder Tablet. Eine entsprechende Reise-Vorbereitung sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden: Denn man kann mittlerweile über wirklich alles lesen und sich Informationen einholen, sodass man am Reiseort nicht überrascht und von Eindrücken überflutet oder gar überfordert wird. So kann ungehindert die Reise, Kultur, Land und Menschen erlebt und genossen, damit sie zu einer gelungenen erfolgreichen Kulturreise wird.

 

 

Alles um uns herum ist Kultur

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Kultur – das Wort begegnet uns in fast alle Alltagssituationen und nahezu in allen Lebenslagen. Viele Menschen denken beim Wort Kultur zuallererst an Musik, Malerei, Kunst. Auch das sind Aspekte der Kultur, aber sie sind nur ein kleiner Ausschnitt einer komplexen Wirklichkeit.

Das Wort Kultur kommt aus dem Lateinischen „cultura“, das so viel bedeutet wie Acker bestellen, Bearbeitung, Pflege und beschreibt wie die Menschen ihr Land und Leben gestalten und pflegen und wie sie leben. Kultur definiert das, was wir selbst herstellen, bearbeiten und in dem wir uns gleichzeitig selbst  befinden. All das, was die Natur nicht hervorbringt und all das, was wir gestalten ist Kultur. Es sind kulturelle Leistungen durch das Verändern von gegebenem Material wie beispielsweise in der Technik oder Kunst. Aber auch geistige Errungenschaften wie Religion, Wissenschaft, Wirtschaft, Recht  sind kulturelle Gebilde.

Niemand kann sich in seinen Situationen der Kultur zu entziehen, weil wir ständig ein Teil davon sind. Und daher ist es oftmals äußerst schwer überhaupt kulturelle Leistungen bewusst wahrzunehmen. Außerdem gehören nicht nur die Dinge zum Kulturbegriff, die wir sehen können, die sichtbar sind. Denn Kultur ist so breit aufgestellt wie der Mensch selbst. Kulturelle Normen, Traditionen und Werte verhelfen uns Menschen den täglichen Lebensablauf zu meistern. Das ist so – auch wenn wohl niemand  wirklich wahrnimmt, auch die Tasse Kaffee, die wir morgens zu uns nehmen ein Teil ist, der zum kulturellen Leben beiträgt. Nicht alle Menschen auf der Welt legen beginnen den Tag mit einem täglichen Frühstück mit Kaffee. In vielen Ländern und Kontinenten wird eher Wert auf eine andere Mahlzeit am Tag gelegt. Daran können wir erkennen, wie sehr sich Kultur unterscheiden kann.

Kultur charakterisiert den ganzen menschlichen Alltag und zwar auf eine schier nicht beschreibbare Weise, die kaum wahrgenommen wird – das fängt beim künstlerischen Wandgemälde an, geht über wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen bis hin zu unterschiedlichsten Essgewohnheiten unterschiedlicher Länder…

Kulturschock…

… ist ein Gefühlszustand in einer Art von Schock, der meistens durch das Zusammentreffen mit einer fremden, unbekannten Kultur ausgelöst wird. Man hat das Gefühl nicht dazu zu gehören und kann sich mit der Sache oder den Menschen auch nicht identifizieren und fühlt sich fehl am Platz. Wenn erst einmal die Empathie da ist, mit einem Umfeld nicht zu Recht zu kommen, dann kommt das Gefühl des Verlustes und der Ohnmacht, da gänzlich der persönliche eigene Bezug zur Umgebung, zum Beruf, zu Freunden oder dem Zuhause fehlt. Außerdem wird Stress ausgelöst, da das Gefühl aufkommt, dass von einem persönlich gewisse Anforderungen erwartet werden, die erfüllt werden müssen.